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Als Variante der Sokujo-Methode kann man die Zutaten bei höheren
Temperaturen zusammensetzen, dann läuft der Vorgang schneller ab.
Kimoto- und
Yamahai-Methode
Als Gegenteil dazu gibt es noch traditionellere, ältere Methoden,
die arbeits- und zeitintensiver sind und seltener angewendet werden. Bei
der Kimoto- und der Yamahai-Methode wird keine Milchsäure hinzugefügt,
sondern man lässt sie sich in einem komplexen chemischen Vorgang
selbst bilden.
Die Kimoto-Methode war von 1600 bis Anfang 1900 Standard. Bei dieser
Methode wurde keine Hefe zugegeben, sondern man setzte auf die natürlichen
Hefezellen aus der umgebenden Luft.
Gedämpfter Reis, Koji-Reis und Wasser wurden zunächst abends
angesetzt und die Nacht über alle paar Stunden umgerührt. Vom
nächsten Morgen an bis zum Nachmittag des Tages darauf stampften
die Brauer die Maische pausenlos mit einer Art Stößel gegen
den Boden der Holzbehälter, bis sie zu einer Paste geworden war.
Dies beschleunigt die Aktivität des Koji. (Für das Timing gab
es dazu ein Lied, das die Brauer gesungen haben. Wenn das Lied zu Ende
war, also nach mehreren Stunden, war auch die Maische fertig.)
Danach wurde die Paste in ein großes Fass umgefüllt und über
einige Tage stehengelassen. Die Temperatur der Mischung wurde erhöht.
In der Maische sammelten sich Hefezellen aus der Luft, die sich über
den Zucker hermachten, den der Koji produziert hatte. Die Hefezellen vermehrten
sich unter Wärmebildung und erreichten die erforderliche Konzentration
für die Starter-Maische.
Die Kimoto-Methode wurde nachträglich biochemisch untersucht. Sie
hat einen erstaunlichen Grad an Perfektion. Er besteht darin, dass sich
am Anfang des Prozesses die erforderliche Konzentration an Milchsäurebakterien
bildet. Die Milchsäure, die sie produzieren, verhindert das Wachstum
unerwünschter Bakterien. Im weiteren Prozess werden die Milchsäurebakterien
sowie unerwünschte wilde Hefen von der Milchsäure und dem Alkohol,
den die Hefe produziert, vernichtet. Es entsteht eine sehr saubere Starter-Maische
mit hoher Konzentration an Sake-Hefe.
Um 1900 entdeckte man, dass man bei der Kimoto-Methode das stundenlange
Stampfen der Mischung, das Yama-oroshi heißt, auch weglassen
kann. Der Koji-Schimmel ist von selbst aktiv. Die neue Methode nannte
man dann Yamahai (was eine Verkürzung von Yama-oroshi-haishi
ist und sinngemäß bedeutet Aufhören mit Yama-oroshi).
Die Kimoto- und die Yamahai-Methode werden auch heute noch angewendet.
Sie sind jedoch nervenaufreibend. Im Vergleich zur Sokujo-Technik, die
ca. vierzehn Tage dauert, muss man bei den Kimoto-Techniken einen Monat
bangen, dass sich keine wilden Hefen in zu hoher Konzentration in den
Prozess einmischen. Zudem kann es passieren, dass diese wilden Gesellen
sich auch in die anderen Räume ausbreiten, wo sie absolut nichts
zu suchen haben. Hygiene ist das höchste Gebot während dieser
Zeit und die Starter-Maische muss noch mehr als sonst gepflegt und geschützt
werden.
Und der Sake? Yamahai- und Kimoto-Sake können sehr interessant sein.
Sie haben höhere Süße- und Säuregrade und im Allgemeinen
einen kräftigen Geschmack und eine gewisse Wildheit,
während Sake der Sokujo-Methode eher milder und sauberer
ist. (Im Allgemeinen, also es muss nicht immer so sein.)
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